Blockpit im Test 2026
Blockpit ist nach der Accointing-Übernahme im Januar 2024 der mit Abstand größte DACH-Anbieter für Krypto-Steuerreports. Das Tool deckt DE, AT und CH nativ ab und positioniert sich als Compliance-Partner für DAC8/CARF.
Pro und Contra im Überblick
Pro
- Anlage SO (DE), E1-KV (AT) und CH-Steuerreport direkt im Tool
- Accointing-Erbe macht Blockpit zum klaren DACH-Marktführer
- DAC8/CARF-Ready mit Big4-Kooperation und Hosting in Österreich
- Pay-per-Year statt Abo — transparente Tier-Struktur
Contra
- XX-Large mit 549 € relativ teuer für High-Volume-Trader
- Portfolio-Optimierung nur mit separatem Plus-Abo (47,90 €/Jahr)
- Doku für sehr komplexe DeFi-Strategien (LP-Splits, Looping) ausbaufähig
Im Überblick
Blockpit wurde 2017 in Linz gegründet und betreibt seine Server in Österreich. Mit der Übernahme von Accointing im November 2023 (vollzogen bis Januar 2024) hat das Unternehmen den wichtigsten DACH-Wettbewerber konsolidiert. Heute ist Blockpit der mit Abstand größte deutschsprachige Anbieter für Krypto-Steuerreports.
Der USP liegt klar in der DACH-Lokalisierung: Anlage SO für Deutschland, E1-KV für Österreich und ein eigener Steuerreport für die Schweiz kommen direkt aus dem Tool. Hinzu kommt eine offiziell vermarktete DAC8/CARF-Reporting-Solution für CASPs, gestützt auf eine Big4-Kooperation sowie ISO-22301- und ISO-27001-Zertifizierung.
Auf Trustpilot erreicht Blockpit (Stand Mai 2026, aggregiert) einen Score von rund 4,3 bei etwa 935 Reviews — ein solides, aber kein Spitzenniveau im Vergleich zu Koinly oder Summ. Im DACH-Raum gilt das Tool unter Steuerberatern dennoch als de-facto-Standard, was eng mit dem Accointing-Erbe und der nativen Formular-Abdeckung zusammenhängt.
DACH-Eignung: DE / AT / CH
🇩🇪 Deutschland. Blockpit exportiert die Anlage SO direkt aus dem Tool, inklusive der Felder für private Veräußerungsgeschäfte nach §23 EStG. FIFO ist als Standard hinterlegt, alternative Methoden (LIFO, HIFO, WAC) lassen sich für Vergleichszwecke berechnen, aber FIFO bleibt der durchgängig empfohlene Pfad. Die Halteperioden-Regel von einem Jahr für Steuerfreiheit ist nach den BMF-Schreiben vom 10.05.2022 und 06.03.2025 sauber implementiert; Staking- und Lending-Sondertatbestände (10-Jahres-Frist seit 2022 entfallen) sind ebenfalls berücksichtigt.
🇦🇹 Österreich. Blockpit ist gebürtig österreichisch und hat hier seinen stärksten Heimvorteil. Das Tool erzeugt den E1-KV-Auszug für die Sondertarif-Besteuerung nach §27b EStG mit 27,5 %. Altbestände vor dem 01.03.2021 werden separat markiert und sind in der Regel steuerfrei, sofern keine Tauschvorgänge nach diesem Datum erfolgten. KESt-Abzüge inländischer Anbieter werden bei der Berechnung berücksichtigt.
🇨🇭 Schweiz. Für die Schweiz erzeugt Blockpit eine Vermögenssteuer-Bestandsmeldung zum 31.12. sowie Einkommensbestandteile (Staking, Lending) gemäß Art. 16 Abs. 3 DBG. Die fünf Kriterien des ESTV-Kreisschreibens Nr. 36 (Haltedauer, Transaktionsvolumen, Fremdfinanzierung etc.) zur Abgrenzung gewerbsmäßiger Wertschriftenhandel müssen weiterhin manuell geprüft werden — das Tool liefert die Datengrundlage, nicht die juristische Einordnung. Mehr dazu im Anleitung-Bereich.
Preise und Pakete
Blockpit nutzt ein Pay-per-Year-Modell: Du zahlst pro Steuerjahr einmalig und behältst den Report dauerhaft. Es gibt keinen Abo-Zwang. Zusätzlich existiert ein optionales Plus-Abo (3,99 €/Monat oder 47,90 €/Jahr) für Portfolio-Tracking und einen What-if-Simulator.
| Tier | Preis/Jahr | Transaktionen | Geeignet für |
|---|---|---|---|
| Free | 0 € | 25 (Test) | Portfolio-Sneak-Peek |
| Small | 49 € | bis 50 | HODLer mit wenigen Trades |
| Medium | 99 € | bis 1.000 | Aktive Trader, erste DeFi-Schritte |
| Large | 149 € | bis 3.000 | Mid-Volume-Trader mit Priority-Support |
| X-Large | 229 € | bis 10.000 | Power-User |
| XX-Large | 549 € | 10.000+ (unlimited) | Heavy-Traders, Funds |
Zusatzkosten fallen für den Source-of-Funds-Report an (Einzelabruf 19,99 €, Dreierpack 49,99 €, Fünferpack 79,99 €). Das ist relevant, wenn dir eine Bank oder ein CEX einen Mittelherkunftsnachweis abverlangt.
Features, Methoden, Integrationen
Bewertungsmethoden: Blockpit unterstützt FIFO, LIFO, HIFO und WAC. Für Deutschland ist FIFO Pflicht-Standard, die anderen Methoden taugen für Vergleichsberechnungen oder ausländische Steuerregimes.
Integrationen: rund 160 Exchange-Anbindungen via API, dazu Indexer für etwa 190 Blockchains und 2.500 dApps. Damit gehört Blockpit zu den Tools mit der breitesten DeFi-Abdeckung, auch wenn Koinly und Summ bei reinen Exchange-Zahlen vorn liegen.
Coin-Coverage: über 500.000 unterstützte Assets, inklusive Mid- und Micro-Caps. Memecoin-Trader finden hier die meisten Tokens out of the box.
DeFi/NFT: volle Unterstützung für Staking, Lending, Liquidity Pools, NFTs und Derivate. Komplexe LP-Splits oder Looping-Strategien (z. B. Aave-Recursive-Lending) erfordern allerdings teils manuelles Nacharbeiten — die Doku ist hier dünner als bei Summ.
Steueroptimierung: Holding-Period-Alerts (für die ein-Jahres-Frist in DE), Loss-Harvesting-Vorschläge und ein What-if-Simulator gehören zum Plus-Abo. Damit kannst du vor Verkäufen abschätzen, was eine bestimmte Veräußerung steuerlich auslöst.
DAC8-Readiness: Blockpit ist eines der wenigen Tools, das DAC8-Reporting nicht nur "vorbereitet", sondern als eigene Dienstleistung für CASPs anbietet. Server-Hosting in Österreich plus ISO-22301/27001 sind harte Trust-Signale für Behörden und Wirtschaftsprüfer.
Mehrjahres-Historie: Steuerreports lassen sich für alle Jahre erzeugen, in denen du das jeweilige Tier kaufst. Migrationen aus Accointing, CoinTracking und Koinly sind nativ unterstützt.
Für wen geeignet?
Klar empfehlenswert für deutsche und österreichische HODLer und Mid-Volume-Trader, denen die DACH-Lokalisierung wichtiger ist als der letzte Euro Preisvorteil. Auch Schweizer Investoren bekommen hier den saubersten Bestandsauszug zum 31.12. Steuerberater mit Mandanten-Portfolios profitieren von der Big4-/WP-Reputation des Tools.
Weniger geeignet für reine US-Filer (Form 8949 ist zwar vorhanden, aber Koinly oder CoinLedger sind dort stärker) und für ultra-hochfrequente Trader mit über 50.000 Transaktionen pro Jahr, bei denen das XX-Large-Tier zum Kostenfaktor wird. Wer fast nur Memecoins und experimentelles DeFi tradet, sollte Summ als Alternative gegenchecken.
Zur Einordnung in deinen Steuerfall hilft der Steuerrechner; einen direkten Side-by-Side mit anderen Anbietern findest du im Vergleich.