Bitpanda im Test 2026
Bitpanda ist der österreichische DACH-Veteran unter den Krypto-Brokern. Seit 2014 in Wien ansässig, hat das Unternehmen mit der MiCA-Erteilung durch die FMA Österreich im April 2025 und parallel laufenden Lizenzen bei BaFin (Deutschland, via Passporting) und MFSA (Malta) eine der breitesten regulatorischen Aufstellungen im europäischen Krypto-Markt aufgebaut. Bitpanda kombiniert Krypto mit Aktien, ETFs und Edelmetallen in einer App und richtet sich primär an DACH-Hodler und Multi-Asset-Sparplaner.
Pro und Contra im Überblick
Pro
- Triple-EU-Regulator-Setup (AT FMA als MiCA-Primärlizenzgeber + DE BaFin via Passporting + MT MFSA) (AT FMA, DE BaFin, MT MFSA) - eine der breitesten Regulierungs-Aufstellungen in Europa
- DACH-Hauptsitz Wien, deutscher Support, deutscher und österreichischer Steuerreport
- Multi-Asset-Plattform: Krypto plus 10.000+ Aktien und ETFs plus Edelmetalle in einer App
- Großzügiges Staking-Programm mit bis zu 30 % APY auf ausgewählte Alt-Coins
Contra
- Broker-Modus mit 0,99 % Premium plus rund 1,5 % Spread deutlich teurer als reine Order-Book-Börsen
- Keine Derivate oder Futures verfügbar
- Spread im Broker-Modus nicht transparent ausgewiesen - echte Kosten erst bei Order-Eingabe sichtbar
Im Überblick
Bitpanda wurde 2014 in Wien gegründet und ist mit rund 4 bis 5 Millionen Kunden eine der bekanntesten Krypto-Brokerages im DACH-Raum. Das Unternehmen hat im April 2025 als einer der ersten europäischen Anbieter die MiCA-Lizenz von der österreichischen Finanzmarktaufsicht (FMA) erhalten und arbeitet zusätzlich mit einer direkten BaFin-Zulassung in Deutschland sowie einer MFSA-Lizenz auf Malta. Diese dreifache Lizenz-Struktur (oft als Triple-EU-Regulator-Setup bezeichnet) macht Bitpanda zu einem der regulatorisch breitesten aufgestellten Anbieter unter MiCA.
Im Trustpilot-Schnitt liegt Bitpanda bei rund 4,0 von 5 Sternen auf etwa 7.800 Bewertungen - solide, aber nicht herausragend. Die Plattform unterstützt rund 500 Coins und Token, bietet daneben Aktien, ETFs und Edelmetalle und positioniert sich klar als One-Stop-Shop für DACH-Anleger. Mehr Hintergrund zu MiCA findest du im Glossar.
MiCA-Status und Regulierung
Bitpanda wurde im April 2025 von der FMA Österreich als Crypto-Asset-Service-Provider (CASP) unter MiCA zugelassen. Parallel hat die Bitpanda GmbH eine direkte Lizenz der deutschen BaFin sowie eine MFSA-Zulassung in Malta. Diese Mehrfach-Lizenzierung gibt der Bitpanda-Gruppe regulatorische Redundanz und Passporting-Rechte im gesamten EWR.
Die MiCA-Übergangsfrist für Krypto-Anbieter ohne Lizenz läuft am 1. Juli 2026 aus. Anbieter ohne CASP-Lizenz müssen das DACH-Geschäft danach einstellen oder Kunden migrieren. Für Bitpanda-Kunden bedeutet das: Du musst nichts unternehmen - die Lizenz steht und der Service läuft weiter.
Wichtiger für dich ist DAC8: Ab dem 1. Januar 2026 sammelt Bitpanda automatisch die meldepflichtigen Transaktionsdaten. Die erste Meldung an die FMA Österreich fließt voraussichtlich in Q1 bis Q3 2027 für das Steuerjahr 2026 ab. Die FMA tauscht die Daten dann mit deutschen und schweizer Steuerbehörden via DAC8-Mechanismus aus. Konkret heißt das: Für dein Steuerjahr 2026 weiß dein Finanzamt mit hoher Wahrscheinlichkeit, dass du bei Bitpanda Krypto hältst und handelst. Eine korrekte Anlage SO bzw. E1-KV ist daher Pflicht - mehr dazu in unserer DAC8-Anleitung.
Fees, Spreads und Pricing
Bitpanda bietet zwei unterschiedliche Produkte mit zwei unterschiedlichen Gebührenmodellen:
Bitpanda Broker (Standard-App)
- Pauschal-Premium: 0,99 % auf jede Order
- Spread: typisch rund 1,5 % (inkl. Premium, je nach Coin und Marktlage)
- SEPA-Einzahlung: 0 €
- Auszahlung in Euro: 0 € Minimum
Bitpanda Fusion (Pro-Order-Book)
| 30-Tage-Volumen | Maker | Taker |
|---|---|---|
| Standard | 0,25 % | 0,25 % |
| Top-Tier (Whale) | 0,02 % | 0,02 % |
Für einen typischen Trade von 1.000 € heißt das: Im Broker-Modus zahlst du rund 15 € an Premium plus Spread. Im Fusion-Modus liegen die Kosten bei 2,50 € pro Side. Wer regelmäßig handelt, sollte konsequent Fusion nutzen. Mehr Optimierungstipps in unserer Anleitungen-Sektion.
Produkte: Spot, Staking, Derivate, Earn
Spot-Trading: Rund 500 Coins und Token, alle gegen EUR handelbar. Unterstützte Chains umfassen Bitcoin, Ethereum, Cardano, Solana, Polkadot, Cosmos, Polygon, Avalanche, Tezos und Near. EUR ist durchgängig Hauptwährung - keine USD-Umwege.
Staking: Bitpanda bietet Staking für eine breite Palette von Coins mit APY-Bandbreiten von rund 1 bis 3 % (ADA), 2 bis 4 % (ETH) bis hin zu Spitzenwerten von bis zu 30 % für ausgewählte Alt-Coins. Auszahlung erfolgt woechentlich jeden Dienstag. Lock-in gibt es nur bei ETH (rund 48 Stunden Unbonding). Steuerlich gilt Staking als sonstige Einkünfte nach § 22 EStG; die § 23 EStG-Haltefrist von 12 Monaten startet beim Erhalt der Rewards.
Earn und Lending: Bitpanda bietet Bitpanda Earn als Erweiterung des Staking-Programms an, mit Auszahlungen in Euro oder dem Stake-Asset.
Derivate, Perpetuals, Futures: Nicht verfügbar. Bitpanda ist eine reine Spot- und Staking-Plattform - wer Hebel oder Perpetuals will, schaut zu Kraken.
Multi-Asset: Zusätzlich zu Krypto handelst du bei Bitpanda rund 10.000 Aktien und ETFs sowie Edelmetalle - ab 1 € investierbar. Praktisch für einen einheitlichen Sparplan über Asset-Klassen hinweg.
NFT-Marketplace: Aktuell nicht verfügbar.
Steuer-Features: Reports, CSV-Export, Tool-Integration
CSV-Export: Bitpanda bietet einen detaillierten CSV-Export mit den Spalten Transaction ID, Type, In/Out, Asset, Amount Fiat, Amount Asset, Asset market price, Asset market currency, Product ID, Fee, Spread und Tax Fiat. Das Format ist robust und wird von allen gängigen DACH-Steuer-Tools eingelesen.
Eigene Steuer-Reports: Bitpanda liefert sowohl einen deutschen Anlage-SO-tauglichen Jahresbericht als auch einen österreichischen E1-KV-Bericht direkt aus der App. Damit ist Bitpanda eine der wenigen Börsen, die DACH-spezifische Steuerformate nativ anbietet.
Tool-Integrationen: API-Zugang für Steuersoftware ist verfügbar. Blockpit und CoinTracking binden Bitpanda direkt an - sowohl via API als auch via CSV-Import.
KESt-Abzug für AT-Kunden: Hinweis für österreichische Anleger - seit dem 1. Januar 2024 behält Bitpanda als österreichischer Anbieter für realisierte Krypto-Gewinne aus Neubeständen automatisch 27,5 % KESt ein und führt sie ans Finanzamt ab. Damit entfällt für reine Bitpanda-Anleger in vielen Fällen die Pflicht zur Eintragung in die E1-KV. Wer mehrere Börsen nutzt, sollte trotzdem konsolidiert über ein Tool wie Blockpit melden.
DAC8-Vorbereitung: Ab dem 1. Januar 2026 reportet Bitpanda direkt an die FMA, die wiederum via DAC8 an deutsche und schweizer Behörden weitergibt. Mehr im DAC8-Hub.
DACH-Eignung: DE / AT / CH
Deutschland: Direkte BaFin-Lizenz, voller deutscher Support, deutsche App und Website, SEPA-Anbindung gratis, EUR als Hauptwährung. Anlage-SO-Report direkt in der App. Praktisch der Goldstandard für DE-Hodler, die Wert auf Reportbarkeit legen.
Österreich: Bitpanda ist der DACH-Anbieter mit Heimvorteil. FMA-Aufsicht, automatischer KESt-Abzug für Neubestände seit 1. Januar 2024, E1-KV-konformer Steuerreport. Für reine Spot-Hodler in Österreich oft die effizienteste Lösung, weil die Steuer im Hintergrund einbehalten wird.
Schweiz: Bitpanda ist in der Schweiz nutzbar. CHF wird nicht als Hauptwährung direkt unterstützt - Einzahlung typischerweise via EUR-Konvertierung. Es gibt keine schweizspezifischen Vermögenssteuer-Reports, du musst die kantonalen Anforderungen selbst aus den Jahresdaten ableiten oder über ein Tool wie Blockpit aufbereiten. Mehr Hintergrund im Börsen-Vergleich.
Sicherheit, Versicherung, Track-Record
Bitpanda gibt einen Cold-Storage-Anteil von über 90 % der Kundenbestände an. Die Plattform ist nach ISO 27001 zertifiziert und unterliegt durch die Triple-EU-Regulator-Setup parallel den Aufsichten von FMA, BaFin und MFSA. Unter MiCA gelten strenge Eigenkapital-Anforderungen (EBA Capital Requirement) - Bitpanda erfüllt diese durch die geprüften Strukturen Bitpanda GmbH, Bitpanda Payments GmbH (E-Money) und Bitpanda Asset Management GmbH.
Historisch hat Bitpanda keinen größeren Hack erlitten. 2022 gab es einen Stellenabbau im Kontext des Bear-Marktes - operativ und sicherheitstechnisch blieb die Plattform aber unauffällig. Ein 2025er Reputationsthema war die öffentliche BaFin-Kritik an der FMA wegen der schnellen MiCA-Lizenzvergabe in Wien (sogenannte Bitpanda Bombshell) - diese betraf aber die Aufsichtsstruktur, nicht Bitpanda selbst.